Selmer
Korfball Verein
1971 e.V.
Gegründet am 24.08.1971

Last-Minute-Sieg für Selmer KV

Selmer Korfballer drehen das Spiel in der Schlussphase

Selm/Castrop-Rauxel – „Es war schön zu sehen, dass sich die Mannschaft nicht aufgegeben hat.“ Dieses Fazit zog Isabell Klück nach einem Spiel, in dem der Selmer KV erst in den letzten Spielminuten Biss zeigte. Mit dem äußerst knappen 16:17-Auswärtserfolg gegen den EKC Phoenix aus Erkenschwick behalten die Selmer ihre weiße Weste an der Tabellenspitze der Verbandsliga.

Lukas Fränzer (l.) war bester Spieler, nicht nur wegen seiner 5 KörbeLukas Fränzer (l.) war bester Spieler, nicht nur wegen seiner 5 Körbe

Phoenix dreht das Spiel nach 0:2 Rückstand
Kurz nach 12 Uhr am Sonntag war für den SKV die Welt noch in Ordnung. Durch Körbe von Annika Winkelmann und Nico Dieckmann führten die Selmer Korfballer fünf Minuten nach Spielbeginn 0:2 gegen den Tabellenzweiten EKC Phoenix. Doch Phoenix war nicht bereit, das Spiel herzuschenken. Durch drei Körbe binnen 4 Minuten drehte Phoenix das Spiel und nutzte konsequent die Fehler im Selmer Abwehrverhalten. Durch einen Abstauber konnte Nico Dieckmann zum 3:3 ausgleichen. Aber man merkte der Mannschaft von Arnold Klück die Verunsicherung durch die unerwartete Spielwendung an. In der Folge spielte die Mannschaft zu hektisch und ließ zahlreiche hochkarätige Chancen ungenutzt.
Phoenix hingegen baute Druck auf. Die Verteidigung stand besser als die der Selmer und konnte mehrere Angriffe erfolgreich abwehren. Im Angriff ließ man die Selmer Defensive schlecht aussehen. Bis zur 21. Minute konnte Phoenix so eine 6:3-Führung herausarbeiten. Trainer Klück musste von außen tatenlos zusehen, wie es seiner Mannschaft nicht gelang, das Spiel in den Griff zu bekommen. Phoenix verteidigte seinen Vorsprung bis zur Halbzeit. Mit 10:8 für Phoenix ging es in die Pause.

Annika Winkelmann (l.) erzielte den ersten Treffer des SpielsAnnika Winkelmann (l.) erzielte den ersten Treffer des Spiels

„Es ist noch nichts passiert“
In der Halbzeit versuchte Klück, seiner Mannschaft Mut einzuflößen. „Es ist noch nichts passiert. Habt Spaß am Korfball, dann gewinnen wir noch das Spiel“. Doch es schien so, als ob die Aufmunterung an der Mannschaft abgeprallt sei. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte dominierte der EKC die Partie und erhöhte gleich nach Anpfiff auf 11:8. Selm ließ weiter viele Chancen ungenutzt. Dazu kam noch Wurfpech auf Seiten des SKV. Mehr als ein Ball drehte sich aus dem Korb wieder heraus, anstatt sich an der Anzeigetafel zu verewigen. So blieb es bei der Führung von Phoenix. In der 42. Spielminute hieß es 12:10. Doch auf einmal schien ein Ruck durch das Selmer Team zu gehen. Mit einem Weiten Wurf aus der Defensive bediente Tobias Fränzer seinen Bruder, der direkt unter dem gegnerischen Korb lauerte und problemlos zum 12:11 verkürzen konnte. Und keine Minute später war es erneut Lukas Fränzer, der mit einem sehenswerten Weitwurf zum 12:12 ausgleichen konnte.

Viele Selmer Angriffe verpufften  im NirgendwoViele Selmer Angriffe verpufften im Nirgendwo

Spannende Schlusspartie
Plötzlich zeigte der SKV wieder Selbstbewusstsein und glaubte an sich selbst. Doch zunächst musste Trainer Klück am Spielfeldrand sehen, wie seine Mannschaft durch zwei leichte Körbe wieder in Rückstand geriet. Doch noch waren knapp 15 Minuten zu spielen. Selm bekam nun mehr Griff ans Spiel. Zwar schlichen sich immer noch Fehler in das Selmer Spiel, doch auch Phoenix zeigte sich nun beeindruckt und spielte zunehmend nervöser. Lukas Fränzer, mit Abstand bester Spieler auf dem Feld, und Isabell Klück konnten erneut den Ausgleich für Selm erzielen. Zweimal noch ging Phoenix in Führung, doch der SKV kam jedes Mal wieder zum Ausgleich. In der Schlussminute gelang Tobias Fränzer mit einem Weitwurf, was viele nicht mehr für möglich gehalten hatten. Mit seinem Treffer zum 16:17 hatte der SKV das Spiel noch gedreht. Phoenix konnte nicht mehr kontern. Mit dem Schlusspfiff ging ein erlösender Jubel durch die komplette Mannschaft des Selmer KV. Während es zur Halbzeit in der Kabine noch ganz ruhig war, herrschte nun gelöste Ausgelassenheit in der Mannschaft.

Selm ließ zu viele Chancen ungenutzt und machte das Spiel unnötig spannendSelm ließ zu viele Chancen ungenutzt und machte das Spiel unnötig spannend

Vorsprung ausgebaut
„Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss.“ lautete mit einem breiten Grinsen die Floskel von Trainer Klück im Nachgang nach dem Spiel. Phoenix fällt durch die zweite Niederlage gegen den SKV in dieser Saison auf den dritten Tabellenplatz zurück. Der SKV behält seine weiße Weste und führt die Tabelle nun mit 3 Punkten Vorsprung vor dem Schweriner KV 4 an, der erwartungsgemäß gegen SKC 5 einen Sieg einfahren konnte.

Ergebnis
EKC Phoenix 1 : Selmer KV 1 16:17 (10:8)

Aufstellung (Treffer):
Nico Dieckmann (3), Lukas Fränzer (5), Tobias Fränzer (3), Selina Ganglau (2), Rebekka Gumprich (1), Timo Kersting, Isabell Klück (2), Philipp Merten, Jana Theil, Annika Winkelmann (1)